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Pfarramt

 

 

Pfarrer

Marcel Schneiter

Dorfstrasse 102

3437 Rüderswil

034 496 73 48

pfarramt(at)kircheruederswil.ch

 

 

Alles wirkliche Leben ist Begegnung

(Martin Buber, jüdischer Religionsphilosoph)

 

Nach diesem Motto lebe ich. Mir ist es wichtig, gemeinsam mit Menschen jeden Lebensalters Fragen zu stellen, zu suchen, zu entdecken, zu beten, zu singen, zu tanzen, zu schweigen, zu trauern, zu hoffen und sich zu freuen...

 

Wirklichkeit entsteht in dem Moment, wo man sich einander zuwendet.

 

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.

Der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht,

und das notwendigste Werk ist immer die Liebe.

(Meister Eckhart von Hochheim)

 

Gott sagt in der Bibel von sich selbst: „Ich bin der, der ich sein werde.“

 

Wenn ich mich in diesem Augenblick Gott zuwende, dann ist er da, wird Wirklichkeit. Sonst bleibt er wahrscheinlich – und eine Theorie.

Gott kann im staunenden Beobachten Wirklichkeit werden.

Das ist Schöpfung in einem geschenkten Universum.

 

Gott hat keine anderen Hände, als die unseren.

(Georges Bernanos)

 

 

Pfarralltag

Wie bewegend ist es, wenn ein Paar strahlend vor Glück in der Kirche steht und sich das Trauversprechen gibt.

 

Wie berührend, erleben zu dürfen, wenn später die Taufe ihrer Kinder anstehen – es kommen ganz neue Dimensionen im Gespräch mit eben diesem Paar auf.

 

Bei jeder Taufe erlebe ich die Wirklichkeit des Lebens, immer wieder neu und wunderschön!

 

Wie fröhlich und inspirierend, Kinder auf ihrem Weg zu begleiten, mit ihren Fragen und ihrer Neugier, beim Fiire mit de Chliine, im KUW-Unterricht, im Familiengottesdienst oder bei einer Begegnung irgendwo im Dorf.

 

Wie hoffnungsvoll und geistig anregend, Jugendlichen während der Konfirmationszeit mit ihrer pubertierender Gleichgültigkeit und Herausforderung zu begegnen und gemeinsam mit ihnen viele tolle  Momente purer Lebensfreude miterleben zu dürfen - Sternstunden, in denen sie vor Ideen sprühen und auf einmal ganz da und sich selbst sind!

 

Geburtstage mitzufeiern, jedes Jahr mitzugehen beim Älterwerden, manchmal auch mitzuleiden, wenn ein Mensch so gebrechlich wird, dass es zu Hause nicht mehr geht.

 

Trauergespräche, die nicht immer einfach, aber so dicht und so wegweisend sind, wie es Gespräche selten sein können. Zu spüren, was trösten kann, und wo es auch keinen Trost gibt, wo es einfach wichtig ist, dass jemand da ist, der aushält und zuhört. Selber mit den Tränen zu kämpfen und erleben, einigermassen gefasst vor der Trauergemeinde zu stehen, sich vom Glauben getragen fühlend.

 

Die grosse Tragödie des Lebens besteht nicht darin, dass Menschen sterben, sondern dass sie aufhören zu lieben.

(Somerset Maugham)

 

Ich will nicht verschweigen, dass es auch die anderen Momente gibt.

Wenn ich einmal einfach niemanden mehr sehen will, weder reden noch hören möchte. Menschen sind nicht immer einfach. Keine Kirchgemeinde ohne Konflikte! Da muss ich immer wieder gut auf mich achten und für mich Aus-Zeiten und Zeiten der Stille suchen, oder Musik hören, tanzen und selber musizieren, den Garten pflegen und mich in der Natur aufhalten und bewegen.

 

Der Glaube und der Zweifel

Ich kann sie in meinem Denken und in meinem Herzen manchmal kaum voneinander unterscheiden. Aber ich versuche trotzdem zu glauben. Trotz der Zweifel, trotz der dunklen Fragen, trotz den Enttäuschungen. Ich versuche, mich dem Zweifel nicht hinzugeben, diesem anspruchsvollen Freund. Lasst uns also gemeinsam zweifeln! Denn der Zweifel kann ein Ort der Begegnung sein. Ein Ort, an dem wir uns gegenseitig trösten.

 

Manchmal denke ich, das Schwierigste im Leben ist, sich selbst zu verzeihen.

 

Mein Wunsch

"Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir."

(Psalm 139,5)

 

Ich wünsche mir, dass viele Menschen diese Erfahrung machen können, und hoffe, persönlich etwas dazu beizutragen.

 

Mein Kurzgebet

Gott sei in meinem Leben gegenwärtiger, als ich es manchmal bin. Amen.

 

Was mir als Pfarrer wichtig ist

Wissen, ohne zu wissen. Haben, ohne zu haben. Wollen, ohne zu wollen. Tun, ohne zu tun. Lücken lassen, Räume entdecken und Zeiten erschliessen. Sorgsamkeit üben und die Luft zum Atmen spüren. Glaube bedeutet für mich auch: heitere Gelassenheit zu leben, und wenn’s todernst wird, das Lächeln nicht zu vergessen. In diesem Sinne freue ich mich auf jede Begegnung mit Ihnen!

 

 


Oktober 2012 - Neuer Pfarrer in Rüderswil

Marcel und Antoinette Schneiter

Der neue Pfarrer in Rüderswil stellt sich vor

Liebe Gemeinde

Wenn ein neuer Pfarrer in die Gemeinde kommt, wird oft neugierig gefragt: „Wie ist er?", „Woher kommt er?" und „Was will er alles machen oder verändern?" Gerne möchte ich mich deshalb bei Ihnen kurz vorstellen: Mein Name ist Marcel Schneiter, ich bin aufgewachsen in Thun, 50-jährig, verheiratet mit Antoinette aus dem Seeland und Vater unserer Kinder Aline (17) und Florin (19). Nach dem Besuch des Gymnasiums habe ich mich für das Studium der Theologie interessiert, jedoch schnell gemerkt, dass ich mich für den Beruf des Pfarrers zu jung fühlte. Ich wollte zuerst etwas Lebenserfahrung sammeln und einen Beruf ausüben, in dem ich mit den unterschiedlichsten Menschen aus aller Welt in Kontakt treten und ihre Kulturen kennenlernen konnte. Ich habe mich deshalb an einer Hotelfachschule zum Hotelier ausbilden lassen, dort meine Frau kennengelernt und mit ihr zusammen verschiedene Hotels geführt. Mit 40 Jahren entschloss ich mich, meinen Jugendwunsch zu verwirklichen und Pfarrer zu werden. Nach Abschluss des Studiums an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Bern verbrachte ich mein Vikariat in Langnau i. E. Hier konnte ich mit Hilfe meines Lehrpfarrers Matthias Zehnder die praktischen Tätigkeiten eines Gemeindepfarrers von Grund auf erlernen und mich so auf die vielseitigen Aufgaben eines Pfarramtes vorbereiten. Die interessanten Diskussionen und der Austausch mit Jugendlichen während des Konfirmandenunterrichts erlebte ich als eine spannende und anregende Zeit. Kraft und Mut schöpfte ich bei der Gestaltung und Durchführung von Gottesdiensten, aber auch bei den vielen Gesprächen mit Mitarbeitern und Gemeindegliedern über Gott und die Welt. Besonders gerne pflegte ich den Kontakt zu älteren Menschen, sei es bei ihnen zu Hause oder im Altersheim. Am 1. September wurde ich im Berner Münster ordiniert und vom Kanton Bern für den kirchlichen Dienst aufgenommen. Jetzt freue ich mich, ab dem 1. Oktober hier in Rüderswil meine neue Tätigkeit als Pfarrer aufnehmen zu dürfen und zusammen mit der Familie in dieser wunderschönen Gegend des Emmentals eine neue Heimat zu finden. Ganz besonders aber freue ich mich darauf, die Menschen hier kennen zu lernen und mit ihnen das Leben zu teilen. Dabei will ich versuchen, ihnen mit der biblischen Zusage von Gottes Liebe zu dienen, mich mit ihnen zu freuen, dort wo das Leben gelingt, und mit ihnen das Schwere zu tragen, wo das Leben uns vor grosse Herausforderungen stellt. Nicht nur die Kirche wird von Gottes Liebe gehalten und bewegt, auch als Pfarrer lasse ich mich selber von dieser Liebe bestimmen und prägen. Gottes Barmherzigkeit, Treue und Geduld ist mir immer wieder Trost und Motivation für mein eigenes Leben und ich hoffe, etwas von dieser Zuversicht auch hier weitergeben zu können. Mit meiner Seelsorge, meinen Hausbesuchen, den Predigten und dem kirchlichen Unterricht will ich versuchen, etwas zu einer froh- und freimachenden Kirche beizutragen.
Nun schaue ich mit freudiger Erwartung allen Begegnungen entgegen. Ich bin froh und dankbar, wenn mir viele Türen offen stehen werden, damit ich die Menschen kennen lernen und ihnen zuhören kann, was sie beschäftigt. Die Tür des Pfarrhauses jedenfalls steht allen weit offen.
An unserer Ordinationsfeier haben wir das Lied „Ich möchte gerne Brücken bauen, ich möchte gerne Hände reichen“ gesungen. Ganz in diesem Sinne wünsche ich für die Zukunft unserer Kirchgemeinde ein mit Gottes Hilfe gemeinsames und gesegnetes MITEINANDER.

Mit herzlichen Grüssen
Pfr. Marcel Schneiter